So lernst du Vokabeln kreativ und spielerisch

6. April 2021 | 6 Kommentare

Sie lauern überall, diese fiesen und gemeinen Wörter. Solche, die man nicht aussprechen kann. Andere, die man sich einfach nicht merken kann. Welche, die komplett anders sind als im Deutschen. Das hinterhältige an ihnen ist, dass sie nicht nur in Fortgeschrittenen-Kursen vorkommen. Selbst in vermeintlich einfachen Anfängerkursen machen sie uns das Leben schwer. Doch du musst nicht verzweifeln, du kannst dich diesen Fieslingen mutig stellen. Es gibt nämliche Wege, wie du dir super komplizierte Wörter dennoch gut merken kannst.  

Hast du in der Schule Tricks gelernt wie du schwere Wörter leicht lernen kannst?

Kennst du das noch aus der Schule? Da gab’s Wörter wie table, easy, book und garden. Die konntest du dir leicht merken und hast sie deshalb auch gelernt. Aber dann gab’s da auch noch towel, remember, necessary und vielleicht sogar apprenticeship. Was hast du mit denen gemacht? Vermutlich dreimal durchgelesen, nicht gemerkt und Mut zur Lücke gehabt. Die Quittung kam meistens prompt, in Form eines Vokabeltests, wo natürlich genau diese fiesen Wörter abgefragt wurden. Aber vermutlich hat dir keiner je gezeigt, wie du diese Vokabeln in deinen Kopf hättest reinbringen können.  

Vera Birkenbihl ging es genauso. 

Kennst du Vera Birkenbihl? Falls nicht, dann schau dir die Seiten an, die ich dir unter dem Blogartikel empfehle. Halt, nicht gleich schauen, du sollst ja erst mal MEINEN Artikel lesen, dann kannst du nachlesen, was für eine tolle Trainerpersönlichkeit sie war.

Kurz zusammengefasst: Sie kam mit dem deutschen Schulsystem nicht zurecht und dachte immer, sie wäre einfach zu dumm zum lernen. Bis sie in die USA zog, dort gänzlich anders beschult wurde und entdeckte, dass sie mit anderen Methoden in der Lage ist, ganz ganz viel zu lernen und auch zu behalten. In der Folge hat sie unzählige Lernstrategien selbst entwickelt und wurde zur Pionierin des gehirngerechten Lernens. Vera Birkenbihl hat sogar eine eigene Sprachlernmethodik entwickelt. Doch davon erzähle ich dir an anderer Stelle mehr.  

Was können wir von Vera Birkenbihl lernen?

Ich verwende viele kreative Methoden von Vera Birkenbihl um leichter Vokabeln zu lernen. Vor allem, wenn ich Schüler mit Legasthenie unterrichte, dann sind diese Strategien oft das einzige Mittel, um sehr komplizierte Wörter überhaupt in den Kopf zu bekommen. Eine davon möchte ich dir hier vorstellen. 

KAWAS helfen dir dabei, dir schwere Wörter zu merken

Ein KAWA ist ein Kunstwort, das Vera Birkenbihl geprägt hat. Es bedeutet kreative Ausbeute von Wort-Assoziation. Das musst du dir jetzt aber nicht merken. Ich kann es mir auch nicht merken. Ist auch egal. Auf jeden Fall bedeutet es, dass du damit kreativ Vokabeln lernen kannst. Das heißt, es macht Spaß, geht leicht und bleibt lang hängen. Also genau das, was wir wollen, wenn wir entspannt Sprachen lernen möchten. 

Wie erstellt man so ein KAWA?

Als erstes nimmst du ein Blatt quer und schreibst du das Wort in die Mitte, das du lernen möchtest. Am besten groß und bunt und vielleicht noch mit einem passenden Bild. Du kannst es mit der Hand machen und dazu malen oder auch auf dem PC und bei Google etwas passendes suchen. Ich hab mein Beispiel bei Canva gemacht.  

Dann versuchst du, zu jedem Buchstaben ein Wort zu finden, das mit diesem Buchstaben beginnt und irgendetwas mit deinem Wort zu tun hat (Das ist dann die Assoziation). Wenn das Wort kurz ist, hast du weniger Buchstaben zur Verfügung. Das ist aber gar nicht schlimm, denn umso intensiver musst du das “Thema” durchdenken und dich mit dem Wort befassen. 

Was mache ich anders als Vera Birkenbihl?

Bei einem klassisches KAWA beginnen die assoziierten Wörter immer mit dem Buchstaben des Wortes in der Mitte. Da das in der Fremdsprache oft schwer ist, weil man nicht immer einen großen Wortschatz hat, mach ich auch manchmal eine Art Kreuzworträtsel draus. Das heißt der Buchstabe kann sich irgendwo im Wort befinden. Außerdem füge ich gern Zeichnungen hinzu. Da aber schon Birkenbihl gesagt hat, dass man gern “kreativ schummeln” darf, denke ich, dass alles erlaubt ist, was hilft und Spaß macht.  

Das ist mein KAWA zu dem Wort “towel”

Wenn du darüber nachdenkst, welche Worte damit zu tun haben, und wie du diese mit den Buchstaben verknüpfen kannst, dann wird sich dir der Begriff und die Schreibung langfristig ins Gedächtnis einprägen.  

Welche Worte fallen dir schwer?

Bestimmt hast du auch solche Wörter, die du dir noch nie merken konntest. Welche sind es denn? Versuch es mal mit einem KAWA dazu und schick es mir gern. Oder komm in unsere kostenlose Facebookgruppe: “Englisch entspannt lernen und sprechen” und teile dein KAWA dort mit mir und einer netten Gruppe von Gleichgesinnten. 

Hier findest du mehr Informationen zu Vera Birkenbihl und zu KAWAs: 

https://vera-birkenbihl.de/

https://akademie-fuer-lernmethoden.de/lernmethoden/birkenbihls-lieblinge/kawas-und-kagas/

6 Kommentare

  1. Birgit Hombach

    Danke für den inspirierenden Blogbeitrag Diana.🙂

    Ich probiere die Methode mit dem Wörtern mal aus.
    COMPLIMENT VS. COMPLEMENT

    Antworten
    • Diana

      Das ist eine super Idee, liebe Birgit. Da müsstest du ja eigentlich nur auf die unterschiedlichen Buchstaben i und e achten und damit dann Wörter überlegen, die zum jeweiligen Wort passen. Also für was machst du ein Kompliment (i) und was möchtest du ergänzen (complement). Sag mir, was du gefunden hast.

      Antworten
  2. Trixi Tumert

    Das ist ein super Tipp, liebe Diana! Vokabel lernen ist immer ein großes Thema bei mir im LernCoaching. Und gut, wenn es Alternativen gibt zu dem üblichen zwei-spaltigen-System! Vielen Dank für Deinen Artikel!

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    • Diana

      Liebe Trixi, freut mich, wenn dir der Artikel gefällt. Ich bin grad noch dabei, ein Video dazu zu machen, das stell ich in die Gruppe sobald es fertig ist, werd es aber auch im Artikel verlinken. Das wird dir im Lerncoaching bestimmt auch noch sehr helfen.

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  3. Anne Niesen

    Hallo Diana, klasse Idee. Sprachelernen braucht viel mehr Kreativität. Egal, welche Sprache ich lernte: Präferierte Methode der Lehrer*innen war Auswendiglernen ;). Du zeigst, dass es da so viel mehr gibt. Toll.

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    • Diana

      Danke dir liebe Anne für deinen netten Kommentar. Ja, mit Kreativität macht’s gleich viel mehr Spaß und zwar Lehrern und Schülern 🙂

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