Fünf überzeugende Gründe für das Lernen in den Ferien.

Du weißt nicht, was besser ist:

In den Ferien lernen weil dein Kind Lücken in Englisch hat?

Wenn dein Kind LRS hat, dann fällt ihm Englisch selten leicht. Einerseits müsstest du mit ihm also in den Ferien Inhalte aufholen und Lücken schließen, damit es im nächsten Schuljahr nicht abgehängt wird. 

6 Wochen faul sein, weil dein Kind Erholung braucht?

Andererseits bringen die Lernschwierigkeiten aber auch mit sich, dass dein Sohn oder deine Tochter immer mehr tun muss als die meisten anderen Schüler. Das Schuljahr war stressig, es gab schlechte Noten, viel Druck in der Schule und wahrscheinlich auch immer mal Streit deswegen in der Familie. Also eigentlich willst du deinem Liebling eine komplette Auszeit gönnen, weil du weißt, dass ihn das Lernen in den Ferien nur daran hindern würde sich zu erholen.

Das alles würde eigentlich dafür sprechen, den Schulranzen in den Ferien in die Ecke zu werfen und 6 Wochen nicht mehr an Schule zu denken. NICHTS lernen in den Ferien hört sich verlockend an, oder?

Wenn nicht fünf überzeugende Gründe dafür sprechen würden, mit deinem Kind dennoch während der Ferien ein bisschen Englisch zu üben:   

In den Ferien lernen

1. In den Ferien lernen – um mühsam Gelerntes nicht gleich wieder zu vergessen !

Gerade Schüler mit (Lese-Rechtschreib-) Schwierigkeiten neigen dazu, Gelerntes schnell wieder zu vergessen. Du hast bestimmt diese Erfahrung selbst gemacht, wenn du mit deinem Kind Englisch Vokabeln gelernt hast. Ihr habt richtig gut geübt, aber in der Schulaufgabe am nächsten Tag konnte es sich nur an einen Teil der Wörter erinnern. Wenn du nicht ständig die Vokabeln immer wieder abgefragt hast, dann wurden sie eben immer wieder vergessen. Ich kann dich trösten, das ist auch zum Teil normal, denn unser Gehirn ist dazu da, um Dinge zu vergessen, die für uns nicht wichtig sind. Nun sind aber für die Schule die Vokabeln oder die unregelmäßigen Verben, oder auch die Bildung der verschiedenen Zeiten eben leider doch wichtig.

Und damit genau das alles über die 6 Wochen nicht vergessen wird, solltest du dich mit deinem Kind dem Lernen in den Ferien widmen. Natürlich nicht indem du mit ihm paukst, sondern indem ihr spielerisch und entspannt lernt. (Wie das geht könnt ihr in meinem übernächsten Blogartikel lesen – Die 10 besten Englisch-Lernideen für die Ferien – erscheint am Samstag, 27.7.2019)

Wohnst du im Raum Aichach?

Dann schick doch dein Kind zu mir ins Lernstudio zur englischen Spielestunde „Play and repeat“. Wir wiederholen das Schuljahr, indem wir gemeinsam Spiele auf Englisch machen – so  macht das Lernen in den Ferien regelrecht Spaß!

Also lerne mit deinem Kind in den Ferien ein wenig Englisch, denn es wäre doch ziemlich frustrierend, wenn ihr zu Beginn des nächsten Schuljahres alles nochmal lernen müsstet, was ihr euch bisher mühsam erarbeitet habt, oder?

2. In den Ferien lernen – für einen entspannten Start ins neue Schuljahr

Stell dir nur mal vor, ihr übt und wiederholt in den Ferien nichts. Vieles wird vergessen. Im nächsten Schuljahr geht es aber gleich wieder richtig los. Da gibt es gleiche neue Lektionen mit neuen Inhalten und neuer Grammatik. Man muss grad schauen, dass man hinterher kommt. Die nächsten Prüfungen lassen auch nicht lang auf sich warten. Wiederholung des letzten Jahres? Fehlanzeige! Mit viel Glück wird vielleicht das ewige Leidensthema der Englischlerner – die Zeiten- ein bisschen aufgefrischt. Aber bei weitem nicht so, dass die Übungszeit für alle Schüler genügen würde. Wenn dein Kind also noch mit den Inhalten des letzten Jahres zu kämpfen hat, wie soll es dann schon wieder bei den neuen Lektionen mitkommen? Frustration und Scheitern wären vorprogrammiert. Dieses Leiden wiegt für mich mehr, als der Aufwand, das Lernen in den Ferien im Hinterkopf zu behalten und auch währenddessen ein wenig für die Schule zu tun.

3. In den Ferien lernen um VOR-Lernen zu können

Was? – fragst du dich jetzt bestimmt. Hab ich da richtig gelesen? Vorlernen? Ist das nicht verpönt?

Keineswegs! Vorlernen wird immer mehr als Strategie angesehen, schwächeren Schülern die Möglichkeit zu geben, auch einmal zu „punkten“.

Lass es mich dir anhand eines Beispiels erklären. Nehmen wir doch mal zwei Jungen. Beide haben LRS, beide sind im Prinzip ähnlich gut oder schwach in Englisch.

Max hat über die Ferien nichts gelernt.

Der Lehrer behandelt eine neue Lektion – sagen wir mal das „present perfect“. Max versteht die Erklärungen des Lehrers nicht. Während er noch darüber nachdenkt, was mit dem „past participle“ gemeint ist, ist der Lehrer schon wieder weiter. Max ist abgehängt. Da auch der Hefteintrag nicht fehlerfrei ist, merkt er nicht, dass er das Thema zu Hause auch nicht richtig versteht. Seine Hausaufgabe ist falsch. Am nächsten Tag wird sein Heft unter die Dokumentenkamera gelegt. Alles wird rot korrigiert. Markus ist verzweifelt, meint er kann eh nichts in Englisch und beteiligt sich deswegen auch nicht mehr am Unterricht. Als er nun auch noch erfährt, dass es noch eine „dritte Spalte“ der unregelmäßigen Verben im Buch gibt, die er alle auswendig lernen muss, hat er überhaupt keine Lust mehr auf Englisch. Das schaffe ich doch nie, sagt er…. Den Rest der Geschichte kannst du dir vermutlich denken.

Ganz anders Lukas.

Er hat mit seiner Mama (da kann ja auch der Papa, die große Schwester, eine Cousine, der Nachbar oder ein Nachhilfelehrer helfen) in den Ferien zunächst die bereits gelernten Zeiten wiederholt. Als er sich sicher fühlte, haben die beiden schon mal einen Blick ins neue Buch geworfen. Das hat Lukas sich in der Ferienausleihe mitgenommen. Dort hat er gesehen, dass das Schuljahr mit dem „present perfect“ startet. Mit der Hilfe seiner Mama schaut er diese Form schon einmal an und wirft einen Blick auf die wichtigsten Fachbegriffe. Auch, dass es viele unregelmäßige Formen gibt, sieht Lukas. Seine Mama macht ihm ein Domino dazu und die beiden spielen das ab und zu in den Ferien. Das macht ihm sogar Spaß. In der Schule kann Lukas gleich mitarbeiten, wenn die neue Grammatik erklärt wird. Sein Lehrer bemerkt das wohlwollend und das Selbstbewusstsein von Lukas steigt. In der Hausaufgabe hat er das meiste richtig. Als er die ersten unregelmäßigen Verben der „dritten Spalte“ aufbekommt, schreckt ihn das nicht, denn er kennt sie schon vom Domino-Spielen. … Auch hier kann man sich den Rest der Geschichte zusammenreimen. Während die Lernkurve und Motivation von Markus immer mehr nach unten zeigt, wird bei Lukas zunehmend alles besser. 

4. In den Ferien lernen – weil man nur dann Lücken wirklich schließen kann

Während der Schulzeit ist einfach so viel los!

Wenn sich dein Kind in Englisch schwer tut, dann habt ihr während des Jahres unglaublich viel Mühe, immer am Ball zu bleiben. Ständig gibt es neuen Stoff, immer neue Vokabeln, auch Inhalte wie Landeskunde sollen gelernt werden und eine Prüfung jagt die nächste. Es ist schon offensichtlich, dass sich Lücken auftun, aber zum Schließen, Wiederholen und Üben bleibt einfach keine Zeit. Zumal ja auch noch andere Fächer zu lernen sind und auch die Hausaufgaben noch gemacht werden müssen. Außerdem geht dein Kind noch in den Musikunterricht und zum Sport.

Anders in den Ferien!

Fußballtraining macht Pause, Gitarre findet nicht statt. Hausaufgaben gibt es nicht und auch keine Prüfungen. Neuen Stoff sowieso nicht. Ihr habt also trotz Ferienaktivitäten viel mehr Zeit um euch endlich mal um die Sachen zu kümmern, die dein Kind nicht verstanden hat. Bitte tut das auch. Lernen in den Ferien ist wichtig. Wenn du es nicht kannst, dann vielleicht der Papa, die große Schwester, ein Nachbar, die Cousine oder der Nachhilfelehrer. Bleiben die Lücken auch nach dem Schuljahr bestehen, werden diese immer größer, bis sie sich schließlich auftürmen und dein Kind keine Chance mehr hat mit einer 4 (oder 5) in Englisch durchzukommen, da ja in Englisch alle Inhalte aufeinander aufbauen.

5. In den Ferien lernen – Weil du und dein Kind entspannter seid!

Gerade hast du gelesen, dass durch das Lernen in den Ferien die Möglichkeit besteht, Lücken zu schließen, weil einfach schulisch nicht so viel los ist. Während der Schulzeit, wo ein Termin den nächsten jagt, lernst du vermutlich auch schon mit deinem Kind. Aber wie sieht dieses Lernen aus? Du weißt gar nicht, wie du es zwischen all den anderen Terminen noch unterbringen sollst. Ihr seid beide gestresst, ihr streitet euch, der Familiensegen hängt am seidenen Faden. Wahrscheinlich bist du dann auch nicht immer so geduldig, wie du es gern wärst. Vielleicht sagst du dann auch schon mal das ein oder andere unbedachte Wort, dass du nachher wieder bereust.

Wenn ihr das Lernen in den Ferien nun in die Tat umsetzt, dann kann das gemeinsame Üben eine ganz andere Qualität bekommen. Ohne Stress, ohne Druck und ohne Streit. Wenn du entspannt bist, dann kannst du die Lern-Zeit genießen. Du wirst dein Kind mehr loben, mehr aufbauen und mehr stärken können. Dein Kind erfährt so, dass Üben mit Mama auch Spaß macht und gewinnt an Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Damit wird es auch nach den Ferien leichter und motivierter lernen und somit auch mehr Erfolg in Englisch haben.

Das Wichtigste zum Lernen in den Ferien zum Schluss:

  • Bitte versuch nicht jeden Tag mit deinem Kind zu lernen. Ein Teil der Ferien sollte tatsächlich ganz frei sein. Wie du es optimal machst, kannst du in meinem nächsten Blogartikel lesen: Die vier besten Strategien zum Üben in den Ferien
  • Übt spielerisch und entspannt, gestaltet das Lernen in den Ferien ungezwungen und abwechslungsreich.  Wie das geht? Das verrate ich in meinem übernächsten Blogbeitrag: „Die 10 besten Englisch-Lernideen für die Ferien“, der am Samstag, 27.7.2019 erscheint.
Hat dir der Artikel weitergeholfen?

Dann lies auch meine nächsten Blogeinträge:

Fünf Gute-Laune-Strategien für das Lernen in den Ferien (wird am Samstag, 20.7.2019 veröffentlicht)

Die 10 besten Englisch-Lernideen für die Ferien (wird am Samstag, 27.7.2019 veröffentlicht)

Wohnst du im Raum Aichach?

Dann schick doch dein Kind zu mir ins Lernstudio zu englischen Spielestunde “ Play and repeat“ Wir wiederholen das Schuljahr, indem wir gemeinsam Spiele auf Englisch spielen.

Möchtest du noch mehr Lerntipps?

Dann beginne doch mit den Lerntipps fürs Gehirn

Mehr zum Thema:

Lernen in den Ferien – Blogartikel von scoyo

8 Kommentare zu “Fünf überzeugende Gründe für das Lernen in den Ferien”

  1. Jörg H. (Aichach)

    Danke, Frau Selig! Sehr interessantes Thema, welches das jährlich immer wiederkehrende Dilemma gut beschreibt! Gute Tipps, um guten Gewissens mit den Kindern auch ein wenig in den Sommerferien zu üben 🙂

    1. Lieber Jörg, vielen Dank für den netten Kommentar. Ich empfehle Ihnen auch noch den nächsten Artikel „Die vier besten Strategien zum Üben in den Ferien“, damit das Lernen kein Pauken wird sondern allen Beteiligten Spaß macht. Schöne Sommerferien!

  2. Hallo Diana.
    Das sind wirklich fünf gute Gründe, warum Schüler und Schülerinnen die Ferien gut zum Nachholen, zum Üben und zum Wiederholen nutzen können. Gleichzeitig beschreibst du das Dilemma: Denn die Kinder brauchen erst mal Ferien! Das ist doch klar. Darum muss man gut überlegen, was, wann und wie Sinn macht. Darum bin ich bin schon auf deine nächsten Artikel gespannt, in denen du die besten Strategien und Lernideen für die Ferien mit uns teilst. Vielen Dank dafür.

    1. Liebe Eva, vielen Dank für deinen Kommentar, freut mich, wenn du die Gründe nachvollziehen kannst. Natürlich ist es immer ein Dilemma, wie angesprochen, aber mit dem richtigen Üben und Lernen, nämlich entspannt und spielerisch wird das Ganze viel angenehmer. Ich wünsche dir, deiner Familie und deinen Schülern in der Rechenpraxis (https://www.rechenpraxis.de/) einen wunderschönen Sommer!

  3. Liebe Diana,
    du bringst es wieder wunderbar auf den Punkt. Es ist eine tolle Chance, um das nächste Schuljahr mit Erfolgserlebnissen zu starten. Und wir wissen, Erfolg zieht Erfolg nach sich. Die Kinder spüren ja selbst oft sehr genau, wo es Baustellen gibt. Der Erholungswert in der freien Zeit bzw. auch auf einer Reise ist für die Kleinen/Großen deutlich höher, wenn sie wissen, das sie was getan haben. Geht uns ja auch so – beispielsweise bei der Steuererklärung…
    Und weil bei dir alles mit viel Fachwissen, Engagement, Liebe und persönlichem Einsatz geschieht, kann ich dich nur wärmstens weiterempfehlen.
    Danke dir und weiterhin viel Erfolg!

    1. Liebe Moni, vielen Dank für dieses ganz liebe Feedback. Freut mich, dass du es auch so siehst, als Mutter die immer wieder mit ihren Kindern lernt, musst du es ja auch wissen. Obwohl das natürlich von Kind zu Kind und Familie zu Familie unterschiedlich ist. Mit dem Erholungwert in der freien Zeit hast du vollkommen recht, das wäre ja eigentlich Punkt 6 🙂 Ich wünsche euch noch einen schönen Sommer und wunderschöne Ferien.

  4. Liebe Diana, dein Beitrag zu diesem Thema ist toll geworden und hat mir zu vielen Unsicherheiten was dieses leidige Thema betrifft, die Augen geöffnet. Du hast es so wundervoll sympathisch auf den Punkt gebracht und noch dazu ist es verständlich für Groß und Klein. Auch ich werde deine Tipps mit meinen Kindern beherzigen. Also wirklich meinen Respekt und weiter so. Ich freue mich schon auf weitere tolle Beiträge von dir. Liebe sonnige Grüße Moni 🙂

    1. Liebe Moni, auch dir ein herzliches Dankeschön für diesen Kommentar. Du motivierst mich dadurch sehr weiterzumachen 🙂 Viel (Lern-)Spaß in den Sommerferien für dich und deine Familie!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.