Warum dein Kind in Englisch vorlernen sollte

26. Januar 2022 | 0 Kommentare

Bei Lehrern ist es absolut verpönt. Sprich es bloß nie an wenn du es tust. Dennoch würde ich es dir absolut empfehlen, wenn dein Kind schlecht in Englisch ist: Vorlernen in Verbindung mit der Birkenbihl-Methode ist eine geniale Möglichkeit um sich in Englisch zu verbessern. Besonders Schüler mit starker Legasthenie, die schon alles andere ausprobiert haben, schöpfen wieder Hoffnung durch diese Methode, weil sie so gänzlich intuitiv ist und nicht gepaukt werden muss.

Warum das gut funktioniert, wie du genau vorgehst und weshalb du nicht darüber sprechen solltest verrate ich dir in diesem Blogartikel.

Warum ist Vorlernen gut geeignet um sich in Englisch zu verbessern?

Dein Kind hat schlechte Noten in Englisch. Das bedeutet, dass es mit dem Schulunterricht nicht klarkommt. Vielleicht geht es zu schnell voran. Vielleicht bräuchte es mehr Übungen oder andere Erklärungen. Auf jeden Fall kommt es im Unterricht nicht mit. Dein Kind kann sich nicht alle Vokabeln merken und versteht nicht die ganze Grammatik. Das führt dazu, dass es auch die Texte nicht ganz versteht, die im Unterricht behandelt werden. Vermutlich versteht es auch nicht alle Fragen, die der Lehrer auf Englisch stellt und kann auch keine passenden englischen Antworten geben.

Der Teufelskreis muss durchbrochen werden

All das setzt eine Spirale des Misserfolgs in Gang. Wer im Unterricht nicht mitkommt passt nicht so gut auf, ist weniger motiviert und lernt dementsprechend noch weniger.

Vorlernen dagegen durchbricht den Teufelskreis. Wenn dein Kind den Text schon versteht, wenn er im Unterricht gelesen wird, wenn dein Kind die Vokabeln schon kann, die der Lehrer erklärt, dann wird es auch die Fragen besser verstehen können und leichter Antwort geben können. Es wird besser zuhören können und motivierter sein. Der Unterricht wird mehr Freude machen.

Wer vorlernt ist motivierter im Unterricht

Manche argumentieren, dass Vorlernen zu Langeweile im Unterricht führt. Das Gegenteil ist der Fall. Wer Vorwissen hat, ist selbstbewusst. Wer selbstbewusst ist, traut sich mitreden, weiterführende Fragen stellen. Wer aktiv im Unterricht ist bekommt mehr mit, behält mehr und muss zu Hause weniger wiederholen.

Wer dagegen nicht versteht um was es in den Texten und in den Fragen des Lehrers geht, der langweilt sich, schaltet irgendwann ab und bekommt erst recht nichts mehr mit.

So kann dein Kind vorlernen

Wenn dein Kind in Englisch vorlernt, ist es das Wichtigste, dass es auch die Aussprache kann. Es macht keinen Sinn nur Vokabeln und Grammatik zu pauken.

Audio-Dateien sind wichtig

Dafür braucht es die Audio-Dateien zum Schülerbuch. Fast jedes Schülerbuch hat mittlerweile einen Audio-Service. Das ist entweder eine CD, DVD oder mp3-Dateien die online zur Verfügung stehen. Das sind Audios, die genau die Lektionstexte abbilden, so wie sie im Buch stehen. Gemeint sind nicht die zusätzlichen Texte die oft bei den Übungsbüchern dabei sind. Sondern ganz genau die Texte, die in der Schule gelesen und besprochen werden.

Die hören die Kinder in der Schule ja auch von einer CD oder einer mp3. Nur leider reicht das nicht, um den Text ausreichend ins Ohr zu bekommen und um die Aussprache wirklich zu können. Außerdem verstehen die meisten Kinder nicht alle Wörter des Textes, weil sie einige ältere Vokabeln schon wieder vergessen haben und einige neue Erklärungen nicht ganz verstehen. Das heißt der Text wie er in der Schule eingeführt wird bleibt in kleineren bis großen Teilen unklar.

Und er muss viel zu früh vorgelesen werden. Nach ein oder zweimal Hören ist dein Kind noch nicht sicher mit der Aussprache. Viele Kinder haben deshalb Angst, dass sie aufgerufen werden und dann beim Lesen stottern oder zu langsam sind und die Klasse lacht oder ungeduldig wird. Kein schönes Erlebnis!

Zu Hause lässt du dein Kind bereits einige Wochen vor Beginn der neuen Lektion den Lektionstext erarbeiten. Das geht am besten mit der Birkenbihl-Methode, die ich dir hier in Teilen kurz erkläre. Genauer hab ich die Methode in dem Artikel „Englisch entspannt lernen mit der Birkenbihl-Methode“ beschrieben.

Schritt 1: Unbekannte Wörter auf deutsch in den Text schreiben

Du kopierst den neuen Text so groß wie möglich aus dem Buch. Alle neuen oder unbekannten Wörter schreibt sich dein Kind aus dem Vokabelteil auf Deutsch unter den Text. Falls da nicht genügend Platz ist, kannst du den Text abtippen oder mittels einer Online-Texterkennungssoftware vom Bild im jpg-Format in Word umwandeln (dabei muss das Bild sehr gut sein und du musst einzelne Wörter nochmal nachkontrollieren). Unter jedes unbekannte englische Wort schreibst du oder dein Kind Wort für Wort das deutsche Wort. Wirklich wortwörtlich. Das gibt keine gute Übersetzung. Soll es auch nicht. Die einzelnen Wörter sollen klar werden sowie die Struktur der englischen Sprache. So wird der Text verständlich.

So kann man gut vorlernen: Mit einem englischen Text unter dem Wort für Wort die deutschen Bedeutungen stehen
Das ist eine Dekodierung nach Vera F. Birkenbihl. Unter jedem englischen Wort steht die entsprechende deutsche Bedeutung. So kann man den ganzen Text leicht verstehen. Es reicht aber auch, nur unbekannte Wörter zu dekodieren.

Schritt 2: Aktiv hören

Nun liest du deinem Kind den englischen Text so langsam vor, dass es dabei Wort für Wort den Text mitlesen kann. Es hört also gleichzeitig den Text auf Englisch und liest die deutschen Wörter mit. So verbindet sich die deutsche Bedeutung mit dem englischen Wort. Da wo kein deutsches Wort steht liest es auf Englisch, es springt also in den Zeilen, am besten bewegt es den Finger dabei mit.

Alternativ kannst du die mp3 mittels eines mp3players ganz langsam ablaufen lassen. Dadurch dass dein Kind gleichzeitig Englisch hört und Deutsch liest prägt sich die Bedeutung der Wörter ein. Sobald dein Kind alle deutschen Wörter versteht, kann es auf Englisch mitlesen. Es hat nun neue Wörter ganz automatisch gelernt, ohne sie zu pauken. Dadurch dass es jetzt auf Englisch mitliest, sieht es gleichzeitig die Schreibung der Wörter und hört die Aussprache.

Wenn es diesen Schritt ein paarmal gemacht hat, hat dein Kind den ganzen Text verstanden. Nun geht es weiter mit Schritt 3:

Schritt 3: Passiv hören

Nun kann der Text ganz oft im Hintergrund abgespielt werden, während dein Kind etwas anderes macht. So gelangt die Aussprache und die Satzmelodie sowie der ganze Satzaufbau ins Unbewusste. Dein Kind lernt quasi automatisch. Es muss gar nicht richtig zuhören, es kann dabei sein Zimmer aufräumen, Mathe Hausaufgaben machen (der Text sollte so leise sein, dass es nicht stört), den Tisch decken, Lego bauen, etc.

Plane ca. 4 Wochen für die 3 Schritte ein. Beginne also lieber mit dem über- oder übernächsten Text.

Und dann lass dich überraschen wie es deinem Kind in der Schule geht. Es wird nun

  • den Lektionstext verstehen
  • die Vokabeln beherrschen
  • den Text gut lesen können
  • besser in der Aussprache sein
  • Lückentexte gut bearbeiten können
  • die Fragen des Lehrers besser verstehen
  • Fragen leichter beantworten können
  • mehr Spaß und Motivation am Unterricht haben
  • bessere Mitarbeitsnoten bekommen
  • leichter lernen und mehr Erfolg bei Klassenarbeiten haben

Natürlich kann dein Kind auch die übrigen Inhalte im Buch vorlernen, z.B. die Übungen ausprobieren oder die Vokabeln vorschreiben und lernen.

Warum das Vorlernen ein Geheimnis sein sollte

Nur: es sollte dem Lehrer oder der Lehrerin nicht verraten, durch welche Methode genau es sich plötzlich so im Unterricht verbessert hat. Mach ein Geheimnis draus, dein Kind wird das lieben.

Lehrer werden nämlich unsicher, wenn ihre Schüler schon das wissen, was sie eigentlich erst durch ihren Unterricht lernen sollten. Aber da dein Kind es ja bisher durch den Unterricht nicht gelernt hat, sollte es das Recht haben, es auch einmal mit einer anderen Methode zu versuchen. Im Grunde dürfte doch kein Lehrer etwas dagegen haben, wenn die Schüler motiviert sind und sich in Englisch verbessern, oder?

👉 Brauchst du Hilfe mit der Birkenbihl-Methode? Dann buche dir eine Elternberatung, da können wir genau über die Themen sprechen, die für dich oder dein Kind wichtig sind.

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