Englisch mit LRS lernen: 6 Tipps aus der Praxis

»Ich hab jetzt keine Lust mehr! Ich lern das eh nie! Ich bin einfach zu blöd für Englisch!« Bei Mona laufen die Tränen.


Ihre Mama weiß nicht mehr, was sie noch tun soll. Sie macht den ganzen Nachmittag Übungen mit Mona und übt mit ihr wie verrückt auf jeden Test.

Und Monas Papa fragt noch Abends die Vokabeln ab. 


Dennoch: Die Vokabeln bleiben einfach nicht im Kopf, die Grammatik ist ein Buch mit 7 Siegeln, und obwohl Mona viel mehr für Englisch macht als ihre Freundinnen, bringt sie nichts als Fünfen mit nach Hause und wird immer frustrierter.  


Kommt dir diese Situation bekannt vor? So wie Mona geht es sehr vielen Kindern, die mit LRS Englisch lernen sollen.


Auch die Lehrkraft hat meist keine Lösung. Oft werden Englische Filme empfohlen. Das ist langfristig keine schlechte Strategie, rettet aber nicht die nächste Note.  


Auch wenn bisheriges Lernen nicht geklappt hat, heißt das nicht, dass dein Kind keinen Erfolg haben kann. Das alles muss nicht sein!


In diesem Artikel gebe ich dir 6 alltagstaugliche Tipps, wie du dein Kind so unterstützt, dass es schnell wieder Erfolgserlebnisse in Englisch hat, sein Selbstbewusstsein steigt, und es wieder mit Freude lernt

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Kinder mit LRS tun sich mit Englisch schwerer, weil Aussprache und Schreibung vieler Wörter so unterschiedlich sind und viel abstrakte Grammatik verlangt wird. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun.
  • Mit der Lupenmethode entdeckt dein Kind Rechtschreibmuster, statt Wörter nur auswendig zu lernen.
  • Durch kurze Lerneinheiten mit der Turbo-Wiederholung entlastet dein Kind sein Arbeitsgedächtnis.
  • Wenn dein Kind mit mehreren Sinnen gleichzeitig lernt, gleicht es Schwächen bei der Reizverarbeitung aus.
  • Aufgabenspezifisches Üben, Fehleranalyse und Spielen bringen echte Prüfungserfolge und neue Motivation zurück.

Deine 6 Tipps auf einen Blick: 

Tipp

Kurz

Hilft bei

1. Meine Lupenmethode

Aussprache & Schreibweise bewusst vergleichen

Rechtschreibung verstehen statt auswendig lernen

2. Meine Turbowiederholung

Vokabeln in Mini-Portionen mehrfach kurz hintereinander abfragen

Schwaches Arbeitsgedächtnis entlasten

3. Mit Allen Sinnen lernen

Hören, Sprechen, Zeichnen, Bewegen kombinieren

Reizverarbeitung ausgleichen

4. Aufgabenspezifisch üben

Genau die Aufgabenformate der Klassenarbeit trainieren

Mehr Punkte in der Prüfung

6. Erfolgs- und Fehlerfahndung

Klassenarbeiten auf Erfolge und Fehler hin analysieren

Selbstvertrauen & Fehler als Lernchance

6. Spielen

Lerninhalte spielerisch verankern

Motivation aufrechterhalten

Warum ist Englisch mit LRS so schwer?

Englisch ist für Kinder mit LRS vor allem deshalb so schwer, weil es im Gegensatz zum Deutschen kaum lautgetreu geschrieben wird. Das heißt, dass man viele Wörter anders spricht als schreibt. 


Keine Sorge, du bist nicht allein. Sehr viele Kinder mit LRS haben nicht nur Probleme in Deutsch, sondern auch in Englisch. Das wurde jedenfalls in Studien nachgewiesen:

Schüler mit Legasthenie, die in Deutsch Probleme haben, tun sich oft auch in Englisch schwer. 

Aber es liegt nicht daran, dass dein Kind dumm ist! Hier sind einige Ursachen dafür, warum Englisch deinem Kind so viel Kopfzerbrechen bereitet.

  • Kinder mit LRS haben schon Probleme mit der Rechtschreibung in Deutsch. Und das ist ihre Muttersprache und viel lautgetreuer als Englisch. Das heißt, im Deutschen schreibt man ca. die Hälfte der Wörter so, wie man sie spricht. Und im Englischen gibt es bei den meisten Wörtern einen großen Unterschied zwischen Aussprache und Rechtschreibung.  
  • Die komplexe und abstrakte Grammatik unterscheidet sich sehr vom deutschen System (z.B. die englischen Zeiten. Verstehst du die? Und dein Kind?).
  • Kinder und Jugendliche mit LRS haben meist ein schwächeres Arbeitsgedächtnis. Es fällt ihnen z.B. schwerer, Vokabeln überhaupt in den Kopf zu bekommen. Bevor sie da nicht sicher drin sind, können sie auch nicht im Langzeitgedächtnis gespeichert werden.
  • Die Art, wie Englisch im Unterricht beigebracht wird, mag das Gehirn nicht, schon gar das von Kindern mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten. 
  • Im Unterricht werden keine passenden Lernstrategien vermittelt (Die üblichen Versuche à la »Lerne deine Vokabeln mit Karteikarten« reichen einfach nicht aus!)

Mehr zu diesem Thema findest du auf diesem Blogartikel: Warum ist Englisch für Kinder mit LRS so schwer?


Das alles macht es deinem Kind mit LRS sehr schwer. Aber es kann trotzdem Englisch lernen, wenn es passende, gehirn-geniale Methoden verwendet. 

1. Meine Lupenmethode - um die englische Rechtschreibung zu verstehen

Die Ausgangssituation

Im Englischunterricht wird nach der Ganzwortmethode unterrichtet: 

Dein Kind soll sich Wörter wie beautiful, successful oder apprenticeship als Ganzes auswendig merken und schreiben lernen. Die Wörter werden nicht in ihre Bestandteile zerlegt, Rechtschreibmuster werden selten erklärt.


Dabei gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen Deutsch und Englisch: Im Deutschen kann dein Kind viele Wörter so schreiben, wie sie gesprochen werden.

Im Englischen funktioniert das fast nie.


Schau dir nur einmal die Zahlen von eins bis zehn an:

Du sprichst ungefähr „wann“, schreibst aber one.
Du sprichst „tuu“, schreibst aber two.


Doch dein Kind mit LRS wendet automatisch die Strategie an, die es aus dem Deutschen kennt (und eigentlich funktioniert sie auch da schon nicht gut): Es schreibt englische Wörter so, wie es sie hört.


Das Ergebnis sind haufenweise Rechtschreibfehler. Weil deinem Kind niemand erklärt, dass Englisch so anders funktioniert, und welche Strategie da hilft. 


Das könnt ihr tun

Als Erstes kannst du deinem Kind erklären, dass das Englische System ein anderes ist. Dass es englische Wörter nur teilweise nach Gehör schreiben darf. Und dass es sich einen Bildspeicher von richtigen Wörtern im Kopf aufbauen kann. 


Dabei hilft, wenn dein Kind beim Vokabeln lernen meine Lupenmethode verwendet: 

Dein Kind spricht das englische Wort korrekt aus oder hört es sich in seiner Vokabel-App an. Dann kommentiert es die Rechtschreibung und vergleicht Aussprache und Schreibweise. Das könnte sich z.B. so anhören: 


Bei beautiful: »Ich schreibe eau, spreche aber [ju:].

Bei knife: Ich schreibe ein k, höre es aber nicht. Ich schreibe ife spreche aber [aif].«


Dabei befasst sich dein Kind eine Weile vertieft mit der Schreibung und Aussprache und kann sie sich besser merken. 


Außerdem entdeckt es, dass manche Kombinationen immer wieder auftauchen, wie z.B. das -ought in bought (kaufte), thought (dachte) oder fought (kämpfte).


Es kann eine Weile dauern, bis dein Kind das lernt. Aber sobald es bennennen kann, wie sich Aussprache und Schreibung unterscheiden, erkennt es Muster im englischen System und gewinnt an Lernfreude und Selbstbewusstsein. 


Die Lupen-Methode, um Vokabeln zu lernen.

2. Meine Turbo-Wiederholung, um das Arbeitsgedächtnis zu entlasten

Bei der Turbo-Wiederholung wiederholt dein Kind eine neue Vokabel innerhalb einer Lerneinheit mehrmals kurz hintereinander, damit sie im Arbeitsgedächtnis aktiv bleibt.


Unser Arbeitsgedächtnis kann laut dem Psychologen George Miller durchschnittlich nur 7 (plus/minus 2) Informationseinheiten gleichzeitig halten (Miller, 1956). Bei Kindern mit LRS ist die Kapazität dieses Kurzzeitspeichers herabgesetzt. Das heißt, es ist mit zu vielen Vokabeln schnell überfordert, und kann sie nicht ins Langzeitgedächtnis übertragen. 


Dein Kind tut sich leichter, wenn es in ganz kleinen Päckchen oft und sehr schnell wiederholt. Finde heraus, wieviel Vokabeln dein Kind in einem Durchgang gut verarbeiten kann. Vielleicht sind es nur 5, manchen Kindern reichen schon 3.


Bei der Turbo-Wiederholung wiederholt ihr innerhalb der Lerneinheit gleich mehrere Male. So ist das Wort noch aktiv im Arbeitsspeicher, wenn ihr es erneut abfragt. 


Wie das geht erkläre ich im Interview mit der Lerntherapeutin Dr. Dina Beneken.

Durch diese ganz kurzen Wiederholeinheiten hat dein Kind wieder viel mehr Erfolgserlebnisse und mehr Lernmotivation.

Das Gleiche gilt natürlich nicht nur für Vokabeln sondern auch für Grammatik und andere Lerninhalte. Dein Kind sollte auf jeden Fall immer nur in kleinen Portionen lernen und diese gleich darauf wiederholen.

Eine weitere Wiederholung ist dann am Abend sinnvoll, vor dem Schlafengehen, sowie gleich am nächsten Tag. Wenn dein Kind Vokabeln gleich gründlich einspeichert und häufig wiederholt, geht jede Wiederholung immer schneller, weil die Vokabeln noch sitzen. 


Erkläre deinem Kind, dass es sich die zusätzliche Zeit am Ende wieder spart. So braucht es insgesamt weniger Zeit und Energie, und die Wörter bleiben dauerhaft hängen.  


Wie dein Kind generell mit LRS Vokabeln lernen ohne Frust schafft, zeige ich dir ausführlich in diesem Artikel: Vokabeln lernen mit Freude statt Frust

3. Mit allen Sinnen lernen, um Schwächen auszugleichen

Die Ausgangssituation

Bei Kindern mit LRS gelangen Informationen oft langsamer vom Auge oder Ohr ins Gehirn. Das bedeutet im Normalfall nicht, dass dein Kind schlecht hört oder schlecht sieht. 


Das Gehirn bekommt einfach nicht richtig übersetzt, was es von Auge oder Ohr angeliefert bekommt. Deshalb ist es so wichtig, mit mehreren Sinnen zu lernen. So kann ein gut funktionierender Sinn einen ausgleichen, der schlechter arbeitet.  


Hinzu kommt, dass Lernen mit mehreren Sinnen sowieso immer besser funktioniert. Wenn dein Kind eine Vokabel also z. B. nicht nur hört, sondern auch selbst spricht, schreibt, ein Bild dazu zeichnet und eine Geste dazu macht, checkt das Gehirn: Aha, das muss wichtig sein und verschiebt die Vokabel leichter ins Langzeitgedächtnis. 

Das könnt ihr tun

  • Vokabeln sollte dein Kind nicht nur durchlesen, sondern auch sprechen und mithilfe einer Vokabel-App hören
  • Dein Kind kann Bilder zu Vokabeln zeichnen oder eine Mindmap dazu gestalten. 
  • Lektionstexte aus dem Buch kann es als Audio hören. Frag beim Schulbuchverlag nach: Es gibt Download-Service, CDs oder Lehrerversionen. Oder kauf das günstige Ebook, dort sind die Texte auch als Audio drauf.   
  • Dein Kind sollte viel in Bewegung lernen, z.B. mit einem Ball, auf dem Trampolin oder beim Spazierengehen. Es kann auch zu jedem Wort die passende Geste machen oder Sätze pantomimisch nachspielen.
  • Grammatik oder andere Inhalte kann es sich selbst mit eigenen Worten erklären. 
Mindmap, um Vokabeln zu lernen.

Mindmap zum Thema "My home"

4. Aufgabenspezifisch üben, um mehr Punkte zu erreichen

Viele Schüler lernen vor Prüfungen nur Vokabeln und machen Grammatikübungen. Und in der Klassenarbeit warten dann Lückentexte, Mediation, Reading und Listening Comprehension und - ach du Schreck! - ein kleiner Aufsatz. 


Dein Kind bereitet sich vor allem dann gut vor, wenn es genau diese Aufgaben trainiert. Passende Übungen findest du in den Trainingsbüchern des Schulbuchverlages. Es gibt Vokabeltrainer, Grammatiktrainer und Klassenarbeitstrainer.


Damit kann dein Kind auch eine ganze Prüfung in der dafür vorgesehenen Zeit machen. Je mehr dein Kind so übt, wie der Test dann auch abläuft, umso erfolgreicher wird es am Ende sein!


Daneben gibt es clevere Prüfungs-Tricks: In einer Reading Comprehension sollte es z.B. die Fragen und auch den Text selbst mit Textmarkern bearbeiten und Schlüsselwörter unterstreichen.

Generell gilt, dass es seine häufigsten Fehler kennen und auf diese hin die Aufgabe nochmal durchlesen sollte. Es gibt dann seinem Gehirn z.B. das Kommando:  »Achte auf das he/she/it-s! «


Nur so kann sein Gehirn auch gezielt Fehler finden. Ohne spezifischen Auftrag an das Gehirn bleibt das »Nochmal auf Fehler durchlesen« viel zu vage und dein Kind wird viel übersehen. 

Diesen Tipp nenne ich »Kontrolle durch Kopf-Kommandos«.

5. Erfolgs- und Fehlerfahndung, um Selbstvertrauen aufzubauen und aus Fehlern zu  lernen

Es lohnt sich, jede Klassenarbeit zu analysieren. Die guten wie auch die weniger guten. Forsche aber nicht nur nach Fehlern, sondern zuallererst nach Erfolgen! Zeige deinem Kind, was geklappt hat und überlegt gemeinsam, warum es funktioniert hat. Das kannst du z.B. mit einer Grünstiftkorrektur tun. Du kopierst den Test und markierst alles grün, was richtig war. So steigt das Selbstvertrauen deines Kindes wieder!


Bei richtig geschriebenen Wörtern und korrekt gekonnter Grammatik liegt oft eine Strategie zugrunde, die dann erneut durchgeführt werden kann. 

In meiner letzten Elternberatung war auch das Kind dabei, ein Junge, der die 7. Klasse eines Gymnasiums besucht, und in Vokabeltests bisher nur Fünfen hatte.


Doch einige schwierige Wörter hatte er sowohl gewusst, als auch richtig geschrieben. Eines davon war defeat (besiegen). Er hat mir erklärt, dass er dieses Wort beim Lernen langsam auf Deutsch ausgesprochen hat. Also »de-fe-at«. Eine prima Strategie, die er jetzt nur noch auf seine anderen Vokabeln übertragen braucht!


Wenn dein Kind eine schlechte Note hat, ist es wichtig, dass es daraus lernt. Viele Kinder haben zunächst keine Lust, eine Prüfung, die mit einer 5 oder 6 bewertet wurde, noch einmal anzuschauen. Lass deinem Kind dann Zeit, das kann auch noch einige Tage später geschehen. Nimm es erst einmal in den Arm und tröste es!


Es wäre eine verpasste Chance, eine »verpatzte« Klassenarbeit nicht zu analysieren. Mach deinem Kind klar, dass Fehler normal und wichtig für den Lernprozess sind. Nur durch Fehler kann es lernen. Natürlich darf es zunächst enttäuscht, traurig oder frustriert sein.


Das gilt vielleicht sogar für dich als Elternteil! Das ist normal, versuche diese Gefühle zu akzeptieren. Aber dann sollte dein Kind einen neuen Versuch starten und sich nicht unterkriegen lassen. Ermutige dein Kind dazu, wieder aufzustehen! Zeige ihm, dass du daran glaubst, dass es sich mithilfe der passenden Strategien verbessern kann.


Ihr könnt ein Fehlertagebuch führen und die Fehler (richtig korrigiert!) in ein Heft schreiben. Dann darf dein Kind jedes Mal einen Strich machen, wenn es denselben Fehler nochmal macht. Oder ihr schreibt Karteikarten für häufige Fehler. Dabei wird die Fehlerstelle (im richtig geschriebenen Wort) farbig markiert, oder die betreffenden Buchstaben sehr groß und auffällig geschrieben. 

Fehler korrigieren

6. Spielen, um die Motivation aufrecht zu erhalten. 

Spielen wird oft unterschätzt, bringt aber sooo viel für das Lernen.

Beim Spielen werden verschiedene Sinne angesprochen, vor allem die Motorik. Selbst wenn dein Kind nicht aufsteht, so bewegt es doch zumindest die Hände anders als beim Schreiben, um z.B. etwas zu sortieren oder aufzunehmen (Memory, Domino, Satzbausteine…).

Der Lerneffekt bei der Satzbildung ist z.B. größer, wenn man ein fehlendes -s noch mittels einer Karte an seinen Platz schieben muss, als wenn man es einfach nur schriftlich ans Wort fügt. 


Passendes Material, wie Satzbausteine, Karten für Memory, Domino oder Bingo bekommst du im Elternclub.

Das Wichtigste am Spielen ist aber sicherlich die Motivation. Gerade Kinder mit LRS sind oft frustriert in der Schule, weil sie mehr lernen müssen als ihre Klassenkameraden und dennoch meistens schlechtere Noten bekommen. Geht es euch zu Hause auch so?

Deshalb ist es so wichtig, dass dein Kind auch wieder Spaß beim Lernen hat.

Spiele müssen dabei weder aufwendig noch kompliziert sein. Einfache Spielemöglichkeiten zeige ich dir auf diesem Blogartikel:
Die besten Vokabelspiele für Englisch

Dieses Spielbrett lieben meine Schüler um Vokabeln zu lernen – Was auf den Fröschen passiert, bleibt der Kreativität überlassen.

Dies waren nur 6 Tipps, damit dein Kind mit LRS besser wird in Englisch. Noch viel mehr Strategien, nämlich 77 an der Zahl findest du in meinem Buch: »Die gehirn-geniale-Vokabelformel«. 


Hol dir jetzt gleich dein Probekapitel. Du erfährst, wie du Vokabeln lernen so vorbereitest, dass dein Kind sich seine Vokabeln clever einteilt und nie von einer übergroßen Menge an Wörtern erschlagen wird. 

Über einen Kommentar unter meinem Artikel würde ich mich sehr freuen! Haben dir die Tipps geholfen? Du hilfst mir damit, diesen Artikel sichtbarer zu machen und hilfst somit indirekt anderen verzweifelten Eltern und Kindern, dass es in Englisch wieder läuft!

7. Häufige Fragen

Warum tun sich Kinder mit LRS besonders schwer mit Englisch?

Weil Englisch kaum lautgetreu geschrieben wird, dazu komplexe Grammatik kommt und Kinder mit LRS oft ein schwächeres Arbeitsgedächtnis haben. Das hat nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun.

Was ist die Lupenmethode?

Dabei vergleicht dein Kind bewusst, wie ein englisches Wort klingt und wie es geschrieben wird, und entdeckt so Muster im Rechtschreibsystem statt stur auswendig zu lernen.

Wie viele Vokabeln sollte mein Kind mit LRS pro Lerneinheit üben?

Oft reichen 3 bis 5. Wichtiger als die Menge ist, sie innerhalb der Einheit mehrmals kurz hintereinander zu wiederholen (Turbo-Wiederholung).

Kann mein Kind mit LRS trotzdem gut in Englisch werden?

Ja. Mit Strategien wie der Lupenmethode, gezieltem Üben der Prüfungsformate und regelmäßigen Erfolgserlebnissen holen viele Kinder deutlich auf – das sehe ich auch in meiner Elternberatung immer wieder.

Welche Rolle spielt Spielen beim Englischlernen mit LRS?

Eine große: Es spricht mehrere Sinne an, senkt den Frust und hält die Motivation aufrecht – gerade weil Kinder mit LRS oft mehr lernen müssen als ihre Klassenkameraden.

  • Hast du eine Empfehlung, welche Fremdsprache sich als 2. Fremdsprache für LRS Kinder eignet?
    Das Kind möchte eigentlich Französisch wählen, aber vielleicht wäre Spanisch (auch im Angebot) aufgrund der LRS einfacher?
    Mit Latein habe ich selber nicht so gute Erfahrungen und empfehle es daher meinem Kind eher nicht…
    Freue mich über Denkanstöße 😉
    Vielen Dank

    • Liebe Frauke, vielen Dank für deine gute Frage. Ja, ich habe eine Empfehlung: Alle Sprachen sind für Kinder mit LRS schwer zu lernen. Denn jede Sprache enthält viel Grammatik und noch mehr Wortschatz, und man muss immer am Ball bleiben. Spanisch erscheint etwas einfacher, weil die Aussprache einfacher ist. Von der Grammatik kann man es mit Französisch in etwa vergleichen. Die französische Aussprache folgt aber immer den gleichen Regeln, diese kann man sich gut erschließen, dann ist es nicht mehr so schlimm. Latein wäre dann zu empfehlen, wenn dein Kind nicht gern in der Fremdsprache spricht, sich für die alten Römer interessiert, gern Texte liest und sehr analytisch denken kann. Da dein Kind Französisch wählen möchte, würde ich es lassen, denn das Wichtigste ist die Motivation! Der Meinung ist auch meine Kollegin Diana Rohrbeck, die einen tollen Artikel zum Thema geschrieben hat: https://wachsenlernen.de/2-fremdsprache-bei-lrs/

      • Liebe Diana,
        danke für deine super ermutigende Antwort! Die Erklärungen helfen mir weiter, es war auch mein Gefühl, dass die französische Aussprache eigentlich klaren Regeln folgt.
        Dann werden wir auf jeden Fall das Kind entscheiden lassen 😉
        Ganz liebe Grüße
        Frauke

  • Wie sieht es eigentlich für Kinder mit LRS und dem Erlernen von Russisch aus? Fällt dies leichter oder gleich wie alle anderen Fremdsprachen?

    • Liebe Elke,
      interessante Frage! Ich bin kein Spezialist für Russisch und hab es auch nie gelernt. Allerdings hab ich ein paar Monate Ukrainisch gelernt, was sehr ähnlich ist. Im Russischen ist die Schreibung eng mit der Aussprache verbunden, das wäre also leichter als im Englischen. Allerdings muss man erst mal das kyrillische Alphabet können, sowie die einzelnen Laute korrekt aussprechen. Da gibt es einige, die es im Deutschen nicht gibt. Wenn man auf dieser Stufe mal angekommen ist, könnte man sich leichter tun. Dann gibt es aber immer auch noch die Grammatik und den Satzbau. Dieser unterscheidet sich stark vom Deutschen, auch das stellt Kinder mit LRS vor Probleme. Aus meiner Erfahrung würde ich sagen, dass es ziemlich schwer ist, Russisch zu lernen. Das hängt aber natürlich auch von der Motivation und dem Interesse ab. In Englisch können die Kinder dann immer noch Filme und Serien schau, Songs hören und Videospiele machen, damit holen sie viel auf. Weiß nicht, ob das mit Russisch möglich ist. Liebe Grüße, Diana

  • Liebe Diana, du hast die Tipps hier super schön beschrieben und illustriert! Das lädt wirklich total zum Nachahmen ein. Das mit der Lupe habe ich letzte Woche spontan auch in Deutsch versucht, das hat Spaß gemacht – vielen herzlichen Dank!

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